Ein paar Worte zu den Koalitionsverhandlungen
Wenn ein ehemaliger Bausenator, der seine über die SPD gewonnen Kontakte seit vielen Jahren nutzt, um in der Immobilienbranchen Geld zu verdienen, vor einer Koalition mit der Linkspartei warnt,
wenn eine ehemalige Regierende Bürgermeisterin, die glaubt sie allein könne die Probleme Berlins mit Selfies auf dem roten Teppich lösen, vor einer Koalition mit der Linkspartei warnt,
wenn sozialdemokratische Mitglieder der Bundesregierung, die in den letzteren eineinhalb Jahren genau gar nichts auf die Reihe bekommen hat, vor einer Koalition mit der Linkspartei warnen,
dann ist es höchste Zeit zu sagen: Jetzt erst recht!
Deshalb liebe Mitglieder der Verhandlungskommissionen wünsche ich euch viel Erfolg bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen. Zeigt dieser Stadt, dass ihr Mut und Kraft zu Kompromissen habt, dass ihr die ganz konkreten Sorgen der Menschen anpackt und nach pragmatischen Lösungen der Probleme sucht, auch für die Menschen, die anders gewählt haben.
Und lasst euch nicht einschüchtern von einer Schmutzkampagne, die ihresgleichen sucht und die von einigen, die besser wissen müssten, naiv oder boshaft mit einer dummdreisten und unsolidarischen Unterschriftenkampagne bedient wird. Natürlich gibt es politische Ziele und Positionen der Linkspartei, die auch wir ablehnen und nicht mittragen können. Und nicht werden. Natürlich gilt, nicht um jeden Preis. Aber darum geht es den Konservativen und ihrer Medienmeute gar nicht. Sie haben keine Angst vor Antisemitismus oder vor der Vergesellschaftung von Mietwohnungen. Sie haben Angst davor, dass eine linke Mehrheit erfolgreich sein könnte. Mit einer Politik, die sich pragmatisch an den Bedürfnissen der Menschen orientiert.
Also denkt daran, welche Shitstorms es 1989 bei rot-grün mit Walter Momper und 2001 bei rot-rot bei Klaus Wowereit gegeben hat. Und wie gut beide Regierungen für die Entwicklung unserer Stadt waren. Ich wünsche euch für die kommenden Wochen viel Glück. Berlin kann es gebrauchen!